Prosa - Sammelausgabe
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Der Fremde, Erzählung (L’étranger, 1942)
Die Pest, Roman (La peste, Paris 1947)
Der Fall, Roman (La chute, 1956)
Das Exil und das Reich, Erzählungen (L’exil et le royaume, 1957)
Als Albert Camus 1947 „Die Pest“ veröffentlichte, hatte er einen Höhepunkt seines Schaffens erreicht. Die in diesem Roman niedergelegten Gedanken waren das Ergebnis einer bitteren Erfahrung. In eine Zeit der Kriege und Krisen hineingeboren, fühlte sich Camus einer Generation zugehörig, die „fünfundzwanzig Jahre hindurch jeder Veranlassung, zu lieben oder zu glauben, beraubt" war. So gestaltet sein Roman das Thema der existentiellen Bedrohung des Menschen durch ein widersinniges, unaufhaltsames Geschick. Die in der Stadt Oran grassierende Pest symbo- lisiert ein als absurd empfundenes Dasein. Gleichzeltig zeugt dieses Werk von der humanistischen Position des Autors. Die Helden ergeben sich nicht in ihr Schicksal, sie versuchen vielmehr, sich Ihm mit Ihren geringen Kräften zu widersetzen. Ein ähnliches Thema hatte Camus schon in seinem ersten Prosawerk, der Erzählung „Der Fremde" (1942), berührt. Hierist der Held einer ihm feindlichen, undurchschaubaren Ordnung ausgeliefert und vermag sich ihr nur durch elne sinnlose Tat, einen völlig unmotivierten Mord, zu entziehen. Die Frage nach den Möglichkeiten menschlicher Selbstverwirklichung in einer „absurden“ Welt - sie klingt auch in den übrigen Beiträgen dieses Bandes, der Erzählung .,Der Fall* (1956) und dem Novellenzyklus „Das Exil und das Reich" (1957), an - beschäftigte den französischen Erzähler, Essayisten, Dramatiker und Theaterregisseur zeitlebens. Die Unermüdlichkeit und Aufrichtigkeit, mit der Albert Camus nach einer Antwort darauf suchte, verdienen über alle Widersprüche seines Lebens und Werkes hinweg Anerkennung und sichern ihm einen Platz unter den großen Moralisten, die zum unverrückbaren Bestand der französischen Lteratur gehören.