Finnland, das sich in wenigen Jahrzehnten vom Agrarland zum Industriestaat gewandelt hat, geht längst nicht mehr auf im Klischee von schweigenden Wäldern und tausend Seen. Geblieben aber ist die starke Bindung seiner Menschen an die heimatliche Natur, deren Gefährdung mit großer Sorge beobachtet wird. Das spiegelt auch diese Auswahl von Erzählungen, die ausnahmslos aus den letzten acht Jahren stammen. Die Mehrzahl der Texte jedoch ist den Problemen gewidmet, die das Dasein im »modernen« Finnland mit sich bringt. Einen auffälligen Platz erhält dabei der Prozeß der Urbanisierung, der viele ehemalige Landbewohner in schmerzhafte Einsamkeit treibt und zu Verweigerung und Verzweiflungshandlungen führt. Zweiundzwanzig Autoren finnischer und schwedischer Sprache dieses Landes, darunter bei uns bereits bekannte wie Daniel Katz, Alpo Ruuth und Märta Tikkanen, erzählen mit Selbstironie und bissigem Spott, mit tiefem Einfühlungsvermögen und häufig mit leiser Trauer vom Leben in ihrer nördlichen Heimat, von gewöhnlichen und seltsamen Leuten, von heiteren und leidvollen Begebenheiten in jüngster Vergangenheit und Gegenwart.
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