Eugenia Petrowna fragt ihre Enkelin nicht, ob sie Nachricht von Clayton Andrews hat. Fast hofft sie, er würde ihr nicht schreiben. Aber nach Wochen kommt endlich ein Brief, und wenig später steht er vor der Tür. Der reiche Amerikaner nimmt Zoya aus ihrer ärmlichen Pariser Existenz mit in das schillernde New York der 20er Jahre. »Nie wieder«, so hatte sie
sich geschworen, »werde ich den Reichtum so selbstverständlich nehmen wie damals in St. Petersburg«. Wie ein Wintermärchen hatte sie, eng verwandt mit der Zarenfamilie, ihre Kindheit im alten Rußland verlebt - bis die Oktoberrevolution die Idylle blutig zerstörte. Ihre geliebte Familie kommt um, und allein mit ihrer Großmutter muß die junge Zoya auf abenteuerlichen Wegen nach Paris fliehen, wo für beide ein Leben voller Armut und Heimweh beginnt. Aber nun wird sie Clayton Andrews Frau und geht mit ihm nach New York. Für das junge Paar beginnt ein Leben in Liebe und Luxus - bis zum »Schwarzen Freitag« 1929. Der Börsenkrach nimmt der Familie das Vermögen und den Vater - Clayton erliegt einer Herzattacke. Allein mit ihren beiden Kindern, beginnt für Zoya wieder ein Leben voller Entbehrungen. Aber sie ist sich für keine Arbeit zu schade, und endlich führt der Weg nach oben: Zoya wird Direktrice in einem New Yorker Modesalon. »Die Gräfin« wird sie bald liebeund hochachtungsvoll genannt, ihre Eleganz gilt als Inbegriff für Lebensart. Aber auch für die Erfolgreichen, niemand weiß das besser als Zoya, enden die Wechselfälle des Schicksals nicht. Noch einmal erlebt sie eine große, beglückende Liebe, die sie viel zu schnell wieder verliert. Aber es bleibt ihr der geliebte gemeinsame Sohn, und im Kreise ihrer Familie kann sie auch den Tod ihrer Tochter überwinden. Wie lange ist es her, daß die kleine Komteß Zoya ihre Jugend im Schoße der großen Familie genossen hatte? St. Petersburg ist lange vergangen ... - doch das Glück ist Zoya geblieben.
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