Kildare ist ein irisches Küstenstädtchen. Man lebt hier noch fast wie im Mittelalter, so eng und verschlafen ist alles. Die Zeit der Landpiraten, die auf den Felsen falsche Leuchtzeichen setzten und das Gut der zerschellten Schiffe durch den unterirdischen Gang ins Gasthaus „Zum Bleichen Mond“ schafften, ist vorbei. Und doch, die Beschaulichkeit trügt. Auch heute noch lodert Hak, brennt Liebe, glimmt Neid. Jerome Scrogg, der Wirt des alten Gasthauses, hat ein ansehnliches Vermögen hinterlassen. Wo ist das Testament? Hat er, wie manche behaupten, seine gelähmte Frau enterbt und den leichtlebigen Töchtern das ganze, mit Schmuggel erworbene Geld vermacht? Rechtsanwalt Davitt aus Dublin soll die Erbschaftsangelegenheit untersuchen. Er hat nicht die Absicht, sich lange in dem rückständigen Nest aufzuhalten, aber als er die Tochter des Gastwirts erhängt in ihrer Kammer findet, weif er, daf Kildare ihn so bald nicht wieder loslassen wird.
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