Im „Glasperlenspiel“ werden im Nachtrag drei Biographien mitgeteilt, der Regenmacher, der Beichtvater und ein indischer Lebenslauf, Schülerarbeiten des Josef Knecht. Und jede dieser Biographien ist eine Selbstbiographie des Schülers in einer anderen Zeit und einer anderen Kultur. Der Gegenstand aller Bemühungen von Hermann Hesse ist eine Anthropologie, ein Bild des Menschen. Das Studienobjekt dazu, das er am besten kennt, ist er selbst, Hermann Hesse. Dieses Objekt beobachtet und prüft er unausgesetzt ... Das Gesetz seines Lebens besteht aber nicht in einem Ethos, in Prinzipien, einer Ideologie, sondern der Gerichtshof, das Prüfungsamt, besteht aus allen möglichen Erscheinungen seiner selbst, und jede dieser Erscheinungen steht im Rahmen einer der vielen Kulturen der Menschheit. So vollzieht sich sein Leben in der beständigen Prüfung vor dem Geist der Menschheit.
Peter Suhrkamp
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