Stanislaus Büdner, Wundertäter aus Waldwiesen, der sich als dichtender Bäckergeselle Lyro Lyring nannte, gibt sich als Ingenieur der politischen Seele, zu deutsch Journalist, das Pseudonym STABÜ und wird Verwalter der Lokalredaktion Kohlhalden. Er rächt sich an Intendant Klapphorn mit einer »Faust«-Rezension, hilft einen Braunkohlenhelden anfertigen, einen Kriegerdenkmals-Sockel in einen perspektivischen Affenfelsen verwandeln, eine Barlach-Figur vor Banausen und die Hygiene der Reichsbahnbenutzer vor einem Langzüngler retten; überdies füttert er das barfüßige Gretchen mit gespickten Branntkartoffeln und hypnotisiert dem alternden Faust das Lispeln fort. Dennoch ist er von seiner Tagesarbeit »unausgelastet« (so Kreissekretär Auenwald) und schreibt in Nachtstunden einen Roman »Damals in der Kindheit«. Der Roman wird von den Hauptredakteuren des VOLKSBLATTES in »Schwer war die Jugend vergangener Zeiten« umgetauft. Büdner erfährt von der Lorelei Frau Doktor Sawade, daß nicht nur die Jugend vergangener Zeiten schwer war, und erfährt am eigenen Leibe, daß für einen, der das Schreiben nicht lassen kann, kein Lebensalter leicht ist. Im Finkenhainer Braunkohlen-Tiefbau verliert er zwei Finger und findet eine Geschichte, die jeder kennt und keiner wissen darf und bei deren literarischer Umformung in eine preußischreußische Legende der große Lukian List sich zu seinem Lehrer macht. In Berlin verliert er ein Mitgliedsbuch, nicht aber den Glauben an das Leben, dem er als amtlicher Briefbote und selbsternannter Zeitgeist-Ergründer nachspürt: was ist jedem sein Glück, was ist jedem sein Tod, lebt der Mensch das Leben, lebt das Leben den Menschen? Ihm bleibt es im sorbischen Weisen Friede Zaroba gewogen und winkt ihm mit Rosa Lupin und seinem Sohn Lew schließlich doch zu. Am Ende dieser Geschichte beginnt er wirklich zu schreiben.
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