Da marschieren sie zum Bahnhof der kleinen Stadt am Fluß, hungrig nach dem Abenteuer und nach männlicher Bewährung, aber auch mit geheimer Furcht vor dem Ungewissen. Werner Holt ist unter ihnen, sechzehnjährig wie die anderen. Er fühlt sich dem Elternhaus und der Schulbank entwachsen, er hat mit seinen Freunden in den Bergen ein Räuberdasein voll Illusionen und falscher Romantik geführt. Und nun ist es soweit: er zieht in den Krieg, noch ganz erfüllt von seinem ersten Liebeserlebnis mit Uta. Er ahnt nicht, wie bald er sie vergessen wird über der schillernden, gewissenlosen Gertie Ziesche. Er weiß nicht, daß ihm eines Tages das Mädchen Gundel begegnen und zum Ziel seines Lebens werden wird. Er kann sich nicht vorstellen, wieviel endlose Nächte der Erschöpfung und der Angst am Flakgeschütz, welche qualvollen Stunden erniedrigenden Drills auf ihn warten. Erst wenn er dem Inferno der letzten Rückzugsschlachten entronnen ist, wird ihm bewußt werden, daß er auf der falschen Seite gekämpft hat.
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