Margaret Millar, eine der erfolgreichsten und - mit fünfundzwanzig Romanen - fruchtbarsten Krimi-Autorinnen der USA, konzertreife Pianistin und Witwe des 1983 verstorbenen renommierten Kriminalschriftstellers Ross Macdonald, erweist sich in ihrem Psychothriller als kompetente Kritikerin des American Way of Life. Die von unterschwelliger, stets wachsender Spannung erfüllte Handlung ist in einem scheinbar wohlgeordneten Mittelstandsmilieu angesiedelt, dessen Neurosen erzeugendes Klima „MM“ beklemmend echt darzustellen weiß. Frustrierte Ehefrauen, die ihrem Leben keinen Sinn zu geben vermögen, gehetzte Ehemänner, die eine höhere Stufe auf der sozialen Leiter erklimmen wollen, altkluge Kinder, die als Waffe in den mörderischen Scheidungsschlachten ihrer Eltern verwendet werden, rufmordende Nachbarn, die stets auf der Lauer liegen - sie alle tragen dazu bei, hinter der glatten, gepflegten Fassade jene unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die das Markenzeichen der Autorin ist.
Mit sezierendem Scharfblick legt Margaret Millar die geheimen Antriebe, die Sehnsüchte und Ängste ihrer Helden bloß, deren Versuche, ihren Glücksanspruch um jeden Preis durchzusetzen, ebenso zum Scheitern verurteilt sind wie die verzweifelten Anstrengungen des Außenseiters Charlie Gowen, sich seiner „normalen“ Umwelt anzupassen. Denn mit dem bescheidenen, freundlichen, gutaussehenden Angestellten der Papierhandlung Warner in der kleinen Stadt San Felice an der kalifornischen Küste stimmt etwas nicht ...
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