Der kurz danach als Theaterstück berühmt gewordene Roman des jüngeren Dumas stellt mit erstaunlicher Kenntnis und fesselnder Wirklichkeitskunst die tragische Geschichte
der Kokotte Marguerite Gautier dar, die an der bürgerlichen Moral zerschellt, als ihre selbstlose Liebe zu Armand Duval erwacht und sie ein neues Leben beginnen will. Sie geht
zugrunde, nachdem sie das Schwerste: den Verzicht auf den Geliebten um seiner Zukunft willen und dessen Vorwurf der Untreue, auf sich genommen hat. Das ist mit allen feinen
Nebenzügen, zart und ungemein sicher, mitfühlend, doch ohne Sentimentalität, als ein erlebter Sonderfall aus der Pariser Halbwelt dargestellt. Dadurch wirkt der kleine Roman
auch heute noch ergreifend und echt; denn alles in ihm ist gestaltet, Kunst geworden.
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