Tante Augusta, etwa 75, hat meerestiefe blaue Augen, feuerrotes Haar sowie einen jungen schwarzen Liebhaber, und sie ist in ihrem recht bewegten Leben kein Kind von Traurigkeit gewesen. Der ehrenwerte Henry Pulling, ihr 55jähriger Neffe, ein unverheirateter, vorzeitig pensionierter Bankbeamter, begegnet ihr nach vielen Jahren bei der Begräbnisfeier für seine soeben eingeäscherte Mutter wieder. Noch am selben Tag muß er erfahren, daß es nicht einmal seine leibliche Mutter war, die er da in der Urne nach Hause trägt, um sie zwischen seinen geliebten Dahlien aufzustellen. Tante Augusta wird er nun so schnell nicht wieder los. Mit sanfter Gewalt macht sie ihn zu ihrem Begleiter auf recht merkwürdigen Reisen, die von London über Istanbul und Paris bis nach Paraguay führen. Und bevor sich Henry über seine neue Situation klargeworden ist, muß er mit äußerst gemischten Gefühlen feststellen, daß er von seiner ungewöhnlichen Tante und ihren Frivolitäten und Gaunereien, von der Welt der Hippies, Ganoven und trottligen Polizisten nicht mehr loskommt, und er begreift, daß das Leben seit über 50 Jahren an ihm vorbeigegangen ist.
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