„Die Stunde der toten Augen“ gehört zu den ersten Romanen der DDR-Literatur, deren Handlung im zweiten Weltkrieg spielt. Heute noch erschüttert die schonungslose Aufrichtigkeit, mit der der Autor Ereignisse im letzten Kriegswinter an der Front darstellt. Seine Gestalten atmen den Hauch der Wirklichkeit. Gedrillt, lautlos zu töten, sind die
Fallschirmjäger der Frontaufklärungskompanie bereit, im Hinterland des Gegners zu operieren und jeden Befehl auszuführen, ohne nachzudenken. Der Verlust der Menschlichkeit macht sie zu Maschinen. Sie aber halten sich für Helden, die in schicksalhafter Tragik enden. Wohl kommt ihnen eine Ahnung, daß ihre Einzelerfolge den Lauf des Kriegsgeschehens nicht aufzuhalten vermögen, und Zweifel an der Sache, für die sie ihr Leben riskieren, steigt in ihnen auf - aber da ist es für sie schon zu spät.
Dieses Buch ist Abschreckung und Mahnung zugleich; und es läßt erkennen, daß letztlich nur echte menschliche Größe das Leben bestimmt.
Es wurden bisher keine Bewertungen abgegeben.