Lems Roman „Eden“ aus dem Jahre 1959 und die phantastisch-groteske Erzählung „Die Maske“, die der polnische Schriftsteller 1976 schrieb, haben bei oberflächlicher Betrachtung nur wenig miteinander zu tun. Im Roman sind es Raumfahrer, die zur Notlandung auf dem Planeten Eden gezwungen werden, ein Planet, der wie ein Opal im All funkelt und dessen Zivilisation sich menschlichem Erkennungsvermögen ganz zu verschließen scheint.
In der „Maske“ tritt eine Maschine in Aktion, die auf den Tod eines Gegners programmiert ist, und nur der Zufall bietet ihr die (heimlich gewünschte) Möglichkeit, das ihr einmanipulierte Ziel zu verfehlen.
Genau hier liegt der Berührungspunkt beider Texte. Wie soll man sich verhalten, wenn man auf Dinge trifft, die nach überkommenen Normen nicht akzeptabel sind? Die Menschen haben trotz aller ihrer Grenzen die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, der Maschinenkäfer nicht. In der Verbindung von erkenntnistheoretischen und moralischen Fragen liegt der Reiz dieser beiden Prosaarbeiten.
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