Mit seinem neuen Buch erweist sich der Evolutionsbiologe und Paläontologe Stephen Jay Gould abermals als virtuoser Essayist. Ganz in der Tradition Montaignes vermag Gould seine Leser zu bannen, indem er Literatur, Wissenschaft und persönliche Ansichten zusammenführt. Ob er über die Sonnenfinsternis in New York, Mary Shelleys "Frankenstein" oder die Trugschlüsse der Eugenik berichtet, stets entwickelt er einen undogmatischen, umfassenden Blick auf die Welt.
Seine großen Themen - Zeit, Geschichte und Evolution - verliert der Autor nie aus den Augen. Anders als viele Wissenschaftler geht er davon aus, dass die Evolution kein langsamer, stetiger Prozess ist, sondern von plötzlichen Ereignissen vorangetrieben wird. Lehrreich und unterhaltsam erläutert er seine Theorie anhand vieler überraschender Fragen, deren Antworten sich spannend wie Detektivgeschichten lesen:
- Warum wird unseren Schulkindern fälschlicherweise beigebracht, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei ein e Scheibe?
- Wie kann eine 1842 ausgestellte Quittung über den Kauf von Bier und Wurst die Herkunft einer ausgestorbenen Antilopenart belegen?
- Was hat ein Riesenpilz mit dem Wesen der Individualität und der Triebkraft der Evolution zu tun?
- Warum wurden Schnecken in wissenschaftlichen Abhandlungen des 17. Jahrhunderts spiegelverkehrt dargestellt?
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