„Hundert Jahre Einsamkeit“ ist das Buch der puren Fabulierkunst, die ungehemmt aus vielen Quellen der Wirklichkeit, Literatur, Phantastik und Geschichte hervorbricht, aus alltäglichem Geschehen in den Tropen Kolumbiens, aus dem Leseerlebnis durch Ritter- und Abenteuerromane, aus den Mythen der antiken und der biblischen Welt, aus Wunderglauben, Spekulation, Humor und Witz. Die bis ins feinste durchdachte Verquickung von Realität und Mystisch-Phantastischem fesselt den Leser von der ersten Seite an. Mit gespannter Neugier vernimmt er die Geschichte der Buendía, einer mit genialen Fähigkeiten ausgestatteten kolumbianischen Familie, die - von ihrer sagenhaften Gründung in dem von Sumpf und Urwald umgebenen imaginären Ort Macondo bis zu ihrem völligen Ruin nach mehr als hundert Jahren - dem Magischen in ihrem Leben so selbstverständlich Raum gewährt, daß auch der Leser ohne sonderliche Verwunderung die Himmelfahrt von Remedios der Schönen oder den Fliegenden Teppich miterlebt.
Merkwürdige Episoden, Legenden und Anekdoten folgen einander in unerschöpflicher Fülle und fügen sich zu einem riesigen kontrastreichen Fresko, das auf oft skurrile und
überaus komische Weise Einblick gestattet in die geschichtliche Wirklichkeit Lateinamerikas.
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