»Die zahlreichen Romane dieses Volksfreundes Gotthelf sind ebenso viele Kapitel eines christlichen Erbauungsbuches, in denen hier dem Bauern, dort dem Handwerker, dort der Magd und so weiter Herz und Kopf zurechtgerückt werden sollen, daguerreotypisch genaue Porträts, oft zum Erschrekken ähnlich. Es ist eine tugendhafte Tendenzpoesie, die allerdings der Moral dient, aber sie dient ihr als reine Magd des Herrn und erscheint daher durchaus bedeutend und liebenswürdig.«
Joseph von Eichendor ff
»Ein naiver Erzähler ersten Ranges, der mit seiner unerbittlichen Wahrheit und Anschaulichkeit die ganze Kunstdichtung überragte: Jeremias Gotthelf. Wenn ich ihn naiv nenne, denke ich nur an sein großes Dichtertalent, das beinahe unbewußt bleibt, während er als Prediger, Erzieher, Politiker höchst bewußt zu Werke geht - so bewußt, daß er oft für
ganze Kapitel alles Dichterische verdirbt. Aber es hilft nichts, man kann sich um Gotthelf nicht drükken, ohne sich um etwas Großes zu berauben.«
Hermann Hesse
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