Eine moderne Wissenschaft setzt den Menschen in die Lage, seinem Sein ein rasches Ende zu bereiten - so sieht es Karel Čapek bereits zu Beginn unseres Jahrhunderts. Wissenschaft gibt dem Wissenden Macht, alles zu zerstören, aber auch Macht, dieses Schicksal abzuwenden. So wird die Frage, wer diese Macht in Händen halten darf, zu Čapeks Thema in seinem 1924 erschienenen Roman „Krakatit“. Doch niemand erweist sich als geeignet, niemand hat die moralische Kraft, beweist das schier übermenschliche Vermögen, unanfechtbar gegenüber der Versuchung zu sein und gleichzeitig stark genug, das Wissen den Machtgierigen vorzuenthalten. Čapeks Held ist kein Übermensch, doch gerade deshalb ist sein Scheitern auch der Grund für die Hoffnung, der Mensch werde einst sein Wissen zu Besserem verwenden als zum Krieg ...
„Čapek hat in Krakatit den bewußten und bedeutenden Versuch unternommen, die volkstümliche Paraliteratur - im besonderen die Detektivgeschichte und die epische Abenteuergeschichte von Homer über die Volksmärchen bis zu den Thrillern der Groschenhefte - in einer anspruchsvollen, poetischen SF zu integrieren, die sich mit Kernfragen
des modernen Lebens befaßt.“
Darko Suvin
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