Indem Aldous Huxley das Bild einer schönen neuen Welt zeichnet, die erkauft wurde durch Reduzierung des Menschen zum Typ, durch Aufgabe jeder Natürlichkeit und aller ethischen Werte, wehrt er sich als bürgerlicher Intellektueller gegen Tendenzen der Massenmanipulierung und deren Auswirkungen. Er führt Entwicklungen ad absurdum, die er in der kapitalistischen Welt der 3oer Jahre beobachtete, und unterwirft die Grundlagen der modernen bürgerlichen Gesellschaft ätzender Kritik. Das utopische Genre gestattet satirische Überhöhung der Probleme, ohne daß darum der Eindruck von Authentizität verlorengeht. Bleibt der Mensch ein Mensch, wenn er von Geburt an niemals die Chance hat, sich zur Persönlichkeit zu entwickeln; was geschieht, wenn Wissenschaft und Technik sich ihrer ethischen und moralischen Verantwortung für die Gesellschaft nicht mehr bewußt sind und ihr daher nicht gerecht werden, wenn sie ihre Möglichkeiten in den Dienst eines dekadenten und menschenfeindlichen Systems stellen? Huxley wirft diese und ähnliche Fragen auf, ohne jedoch eine Lösung anbieten zu können. Seine Waffe gegen die Folgen imperialistischer Degradierung des Menschen bleibt ein von Shakespeare hergeleitetes humanistisches Menschenbild, doch diese Waffe erweist sich als stumpf Huxley schrieb eine der bedeutenden bürgerlichen Utopien und warnte in ihr bereits 1932 vor Erscheinungen innerhalb der kapitalistischen Welt, die erst heute in vollem Umfang ihre bestürzende Aktualität offenbaren.
Es wurden bisher keine Bewertungen abgegeben.