"Da ist Flaubert - er sitzt in seinem hochgelegenen Haus in Rouen, in seinem Zimmer, das er tagelang nicht verlässt, seine Fenster leuchten Nacht für Nacht über dem Strom, so dass die Schiffer auf der Seine sich nach diesem Lichte orientieren. Er ist nicht alt, neunundfünfzig, aber verbraucht, Säcke unter den Augen, die Lider in Falten vor Hohn, vor Hohn auf diesen Gent épicière, Krämer, Mittelstand - gewiss, das Gericht hat seine Schilderungen in der Bovary nicht für unsittlich erklärt, aber ihm anempfohlen, seine Beobachtungsgabe an sympathischeren Menschen zu üben, bessere Herzen vorzuzeigen, - als die Education sentimentale erschien, schrieben sie: Ein Kretin, ein Zuhälter, der das Wasser der Gosse beschmutzt, in der er sich wäscht." Gottfried Benn
"Von den drei vordersten Namen des Romans aus den Bürgerzeiten ist Balzac die Heldengestalt, Stendhal der immer Zeitgemässe. Aber der Heilige des Romans ist Flaubert." Heinrich Mann
"Balzac gab dem französischen Roman die Fülle, Stendhal die Weisheit, Flaubert gab ihm die Grösse." Kasimir Edschmid
"Ich füge hinzu, dass Flaubert, der Schöpfer des modernen Romans, am Kreuzpunkt all unserer heutigen literarischen Probleme steht." Jean-Paul Sartre
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