» ... Das geht auf den Tag zurück, wo ich meine Sandwiches in den alten, nicht mehr benutzten Kensingtoner Friedhof mitnahm, um beim Lunch ein Gedicht zu schreiben, als der junge Polizist zu mir herüberschlenderte und fragte, was ich vorhatte. Ich fragte ihn: >Angenommen, ich hätte etwas verbrochen, hier auf dem Grabstein sitzend, was für ein Verbrechen könnte das sein?‹
›Na ja, das könnte sein öffentliche Entweihung, es könnte sein Verkehrsbehinderung ohne Berücksichtigung, es könnte sein vorsätzlich Herumlungern‹ ... «
London um die Mitte des Jahrhunderts - die Szene von Muriel Sparks ersten Triumphen. Die Abenteuer einer jungen, für ihre Zeit frech unabhängigen, nicht mehr ganz naiven Autorin (ihrer Schöpferin nicht ganz unähnlich), die als Sekretärin einer Autobiographischen Gesellschaft den Lebensberichten deren verschrobener Mitglieder Glanzlichter aufsetzen muß. Ohne ihr Zutun gleichen die Schicksale der Leute um sie herum immer mehr denen in ihrem eben entstehenden Roman. Die witzige Chronik von Wechselmanipulationen, ein Ineinander von Fiction und Wirklichkeit, ein tückisches Fabulieren von schwereloser böser Artigkeit.
Es wurden bisher keine Bewertungen abgegeben.