Kleines WIEN-BREVIER von A bis Z
ALTE UND NEUE HOFBURG: Mit 18 Trakten, 16 Höfen, 3 Plätzen, 1 Kirche, 2 Kapellen, 2 Reitschulen bildet die ehemalige habsburgische Kaiserresidenz (aus einer Wehranlage im 13.Jh. hervorgegangen) eine Stadt in der Stadt. (S.2/3, 59, 60/61,63, 83, 149)
BELVEDERE: Bedeutendste barocke Schloßanlage Wiens, besteht aus »Unterem« und »Oberem« Belvedererund der Orangerie (heute: Barockmuseum, Galerie der Meister des 19. und 20. Jh. und Museum für mittelalterliche Kunst). (S.79, 87)
CAFÉHAUS: Das erste in Wien eröffnete 1683 ein gewisser Koltschinsky, der als Kurier entscheidend zum Sieg über die Türken beigetragen hatte. Er erfand die gesüßte, mit Milch versetzte Wiener »Melange« und die gerollten, halbmondförmigen Brötchen, die »Kipferln«. Noch immer bestimmen die Caféhäuser die Wien-Atmosphäre (S.90,91, 120, 122,
123). Konditorei »Demel« (S.121), Café »Sperl«
DONAUSTADT: 22. Gemeindebezirk Wiens, auf (S.90) einer Insel zwischen Donau und Altwasserarm, Alte Donau, gelegen, aus 15 Marchfeldgemeinden gebildet. Hier entstanden im Donau-Park der Sitz der Internationalen Atomenergie-Organisation und anderer Behörden der Vereinten Nationen sowie der Sitz der OPEC. Die gesamte UNO-City ist exterritoriales Gebiet. (S.93, 94/95, 132/133)
ERSTER BEZIRK: Umfaßt die sogenannte Innere Stadt, die einst von einer Mauer mit 12 Toren umschlossen war. Hier entstand das eigentliche Wien: der gotische Dom, barocke Kirchen, die Hofburg des Kaisers, die Paläste des Adels und des Bürgertums, Märkte, Gaststätten, Universität, Theater u.a.m. (S.1, 44/45, 49, 72, 73, 76/77)
GRINZING: Das 1892 in den 19. Bezirk eingemeindete Dorf ist bekannt wegen seines gut erhaltenen Ortsbildes aus dem 16./17.Jahrhundert und der Heurigenschenken. Hier wie in Sievering, Nußdorf, Heiligenstadt, Neustift, Salmannsdorf werden die alten Traditionen besonders gepflegt. (S.99, 172, 173)
HEURIGER: Darunter versteht der Wiener den neuen, den jungen Wein, und das Lokal, wo man diesen Wein trinkt. In den Stuben der »Hauer«, der Weinbauern, wurde dieser Wein seit alters ausgeschenkt. Man trinkt fast immer »gemischte« Weine, plaudert, singt, hört Musik oder - schweigt, auf den Genuß des Weines konzentriert. (S.41, 126, 127)
LIPIZZANER: Ihren Namen haben die Pferde vom Karstort Lipizza bei Triest, wo es schen 1585 ein Gestüt gab, das man nach 1918 in die Steiermark (Piber) verlegte. Die Ahnen dieser Pferde kamen aus Andalusien (deshalb noch der Hinweis auf »spanische«), Italien und dem Karst. Die Klassische Hohe Schule entstand als Zweck- und Kriegsreiterei mit
dem Einsatz der Reiterpistole, die im Schlachtengetümmel ein »wendiges« Pferd erforderlich machte. (S.66, 67, 70, 71)
MICHAELERTOR: Teil der Wiener Hofburg, von Burghauptmann Ferdinand Kirchner 1883 nach Fischers Entwurf gebaute Kuppelhalle, die als Einund Durchfahrt zum Inneren Burghof bestimmt war. (S.145)
RING: Vier Kilometer langer Straßenzug, der zusammen mit dem Franz-Joseph-Kai die Innere Stadt (den 1. Bezirk) umschließt, entstand in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf den geschleiften Befestigungsanlagen. Prachtstraße mit den wichtigsten öffentlichen Gebäuden: Staatsoper, Neue Hofburg, Parlament, Universität, Börse, Rathaus, Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum, Votivkirche. (S.65, 86, 88, 89, 147, 148, 150)
STEPHANSDOM: Die zwischen 1304 und 1511 erbaute und in ihrer Westfront noch romanische Teile enthaltende Kirche ist das bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs. Der Südturm, der Steffel, ist das Wahrzeichen Wiens. (S.1, 155, 164)
THEATER: Von den über 10 Theatern haben seit Jahrzehnten das Burgtheater (S. 148), die Staatsoper (S.86, 88, 89), die Volksoper und das »Theater an der Wien« internationalen Ruf.
VOTIVKIRCHE: Gestiftet von Erzherzog Maximilian Ferdinand zum Dank für das gescheiterte Attentat auf Kaiser Franz Joseph I. Neugotischer Dom, wird oft mit dem Stephansdom verwechselt. (S.176)
WIENERWALD: Ist ein Randgebirge vulkanischen Ursprungs, dem ein Rebenanbaugebiet vorgelagert ist. Hierher brachten die Römer einst den Wein, hier gedeihen die vielgerühmten Sorten Nußberg, Gumpoldskirchner, Mödlinger und Vößlauer. (S.125, 156, 157, 158, 159)
WURSTELPRATER: mit Riesenrad, Karussells, Buden und anderen Vergnügungsstätten ein Wahrzeichen Wiens. Es ist der kleinere Teil der Auenlandschaft zwischen den Donau-Armen, einst Wildgehege Maximilians II., wo heute sich Sportstadien, Reitplätze und Messehallen befinden. (S.112, 113, 114, 115, 116/117, 119)
ZEHNTER HIEB: So bezeichnet der Wiener Volksmund den Vorort Favoriten (10.Bezirk); diese Benennung rührt vom Abhauen her und deutet auf die Trennung zwischen etablierten, kaisergelben und den proletarischen, ziegelroten Bezirken - wobei die Fassadenfarben gemeint sind. (S.62)
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