Name
Moritz Hartmann
Geburtsdatum
1821
Todesdatum
1872
Geburtsland
Österreich-Ungarn
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Beschreibung
Sohn eines jüdischen Eisenhammerbesitzers im böhmischen Dorf Duschnik; Studium der Medizin und Philosophie in Prag, 1840 Hauslehrer in Wien, ab 1844 in Leipzig und Berlin; mit dem Gedichtband „Kelch und Schwert“ (1845) erster literarischer Erfolg, auf der Paris-Reise 1845 u. a. Bekanntschaft mit Heine, bei der Rückkehr nach Prag 1847 Verhaftung, Befreiung durch die Märzrevolution, aktive Teilnahme am Frankfurter Parlament und den Oktoberkämpfen in Wien, abenteuerliche Flucht und Emigration; Reisen
durch England, Frankreich, die Türkei und Italien, Korrespondent für Zeitschriften, ab 1863 Redakteur in Stuttgart, nach der Amnestie von 1868 letzte Lebensjahre in Wien.
Moritz Hartmanns umfangreiches literarisches und publizistisches Schaffen ist häufig aus der Existenznot des Emigranten geboren. Bedeutsam geblieben sind neben
den Reisebüchern wie „Tagebuch aus Languedoc und Provence“ (1853) u. a. die Werke, die unmittelbar revolutionären Erlebnissen entsprangen, wie das satirische
Pamphlet „Reimchronik des Pfaffen Maurizius“ (1849), der Roman „Der Krieg um den Wald“ (1850) und „Bruchstücke revolutionärer Erinnerungen“ (1861). Er übersetzte
u. a. Petőfi, Turgenjew, die Märchen Perraults und bretonische Volkslieder.