Der illustrierte Mann - Buch
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Der Leser, auch derjenige, der bisher zu phantastischer Literatur noch keine Beziehung hatte, wird sich dem Reiz dieser Prosa nicht entziehen können. Mit Superlativen ist Ray Bradbury von Kritikern und Fans immer reichlich bedacht worden. Heute gilt er als moderner Klassiker der Science Fiction. Der vom Autor selbst zusammengestellte Band enthält
Erzählungen und short stories aus den Jahren 1947-1951. Das phantastische Instrumentarium reicht von Raum- und Zeitreisen bis hin zu Kontakten mit fremden Lebewesen. Aber nicht um eine zukünftige Technik und ihre Probleme geht es Bradbury, sondern in erster Linie um den Menschen seiner Zeit. Für ihn schreibt er, ihm zeigt er in phantastischer Verfremdung die Hohlheit und Leere eines nur auf Konsum, Gelderwerb und Bequemlichkeit gerichteten Lebens. Neben blender den Satiren auf den American Way of Life finden sich elegische Parabeln auf den unvermeidlichen Untergang der bürgerlichen Lebensform. Aber immer wieder sind da auch Geschichten von der moralischen Bewährung des einzelnen, die in romantischer Überhöhung Beispiele für den menschlichen
Reichtum geben, der, mitunter verschüttet von falschen Wertsetzungen, trotz allem immer wieder hervorbricht. Den Sinn seines Schaffens hat Bradbury stets als humanistischen Auftrag begriffen. In einem Interview, das er der Zeitschrift „Show“ gewährte, sagte er unter anderem: „Die beste Science Fiction schreibt letzten Endes jemand, der mit bestimmten Zuständen in unserer Gesellschaft unzufrieden ist und der seiner Empörung unverzüglich und ungehemmt Ausdruck gibt ... Von mir selbst kann ich sagen, daß ich bedingungslos und vor allem Moralist bin.“