Middlemarch - Buch
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ie fiktive englische Provinzstadt Middlemarch ist der Schauplatz dieses Romans zu Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts, als das Parlament um seine Reform ringt. Vor solchem Hintergrund läßt George Eliot (1819-1880) ihre Gestalten agieren. Die junge Dorothea Brooke heiratet, um ihr Bedürfnis nach einem idealen Lebensinhalt zu befriedigen, den um vieles älteren Gelehrten Casaubon und muß enttäuscht erkennen, daß er egoistisch und nichts als ein phantasieloser, trockener Bücherwurm ist. Als dieser nach kurzer Ehe stirbt, enterbt er in seinem Testament Dorothea für den Fall, daß sie seinen Vetter Will Ladislaw heiratet. Mancherlei Widerständen und Mißverständnissen zum Trotz findet Dorothea schließlich zu Will, der bemüht ist, im öffentlichen Leben Tüchtiges zu leisten. Als Fremder - und demzufolge mit Mißtrauen betrachtet - gilt in Middlemarch Lydgate, der nach wissenschaftlicher Erkenntnis strebende Arzt, der durch seine oberflächliche und verschwenderische Frau Rosamond fast ruiniert wird und schließlich deren Drängen nachgibt, sich als Modearzt zu etablieren, nachdem er durch die Annahme eines Darlehens ins Zwielicht geraten ist. Zwischen beiden Handlungssträngen steht der einfluß- und erfolgreiche frömmelnde Bankier Bulstrode, der einen Menschen sterben laßt, um die Aufdeckung seiner dunklen Vergangenheit zu verhüten. Mit einer Fülle charakteristischer Nebenfiguren läßt George Eliot hier ein Bild der viktorianischen Zeit erstehen, das mit Recht neben den Werken ihrer Zeitgenossen Dickens und Thackeray genannt werden darf.