Philosophie der Abschreckung - Buch
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Hans Christoph Buch schrieb in einer Auseinandersetzung mit den Thesen dieses Buches in der "Zeit": "Ich werde den Verdacht nicht los, dass unsere Friedensbewegung - ähnlich wie ihre Gegner - immer unfähiger wird, sich mit abweichenden Meinungen auseinanderzusetzen. Ihre Fähigkeit zum rationalen Diskurs und zur logischen Analyse verhält sich umgekehrt porportional zu ihrem Wachstum als Massenbewegung: An Stelle von nachprüfbaren Argumenten werden nur noch Vorurteile und Verdächtigungen gehandelt, als sei der Friedenskampf ein Ersatzkriegsschauplatz zur Wiederherstellung unserer angeschlagenen nationalen Identität." In diese deutsche Unfähigkeit zur politischen Debatte und Kontroverse platzt dieses Buch als eine Provokation. Er lässt das rein quantitavie Auf- und Abzählen des jeweiligen Waffenpotentials und das Ausmalen der Apokalypse hinter sich. Denn das Problem, vor das die Abschreckung stellt, verlangt von uns nicht, dass wir quantitativ denkend den einen Overkill gegen den anderen aufrechnen, und es erlaubt uns nicht, vor dem apokalyptischen Abgrund der atomaren Vernichtung den Verstand zu verlieren. André Glucksmanns "Philosophie der Abschreckung" setzt beim illusionslosen Blick der griechischen Klassiker ein, bei Platons "Staat", und verfolgt diese Tradition der Illusionslogsigkeit über die Theorien der Naturrechtler und Kants republikanischem Frieden, der bewaffnet ist, bis hin zur Antwort Freuds auf eine Frage Einsteins: Dass wir alle Pazifisten seien, dies aber kein Grund zum Optimismus sei. "Wenn man antitotalitär ist, kann man nicht pazifistisch sein." Diese These Gluckmanns ist die Quintessenz seines Buches. Sie verweist auf Risiken, und sie verweist auf alternative Modelle, zum Beispiel auf das polnische. Man muss nicht einer Meinung sein mit André Glucksmann. Aber man sollte ihn lesen und bedenken.