Cover von Die geschwätzigen Kleinode
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Französisch
Erstveröffentlichung
1776
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Roman
Auflage
Sprache
Deutsch
Übersetzt von
Manfred Naumann
Jahr
1986
Seitenanzahl
278
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Leinen
Auflage
4
Inhalt/Klappentext

Im Königreich Congo lebt der Sultan Mangogul mit seiner Lieblingsfrau Mirzoza. Da ihn trotz seines Liebesglücks manchmal Langeweile beschleicht, wendet er sich an den Hofzauberer, der dem Sultan einen Ring mit wunderbaren Eigenschaften gibt. Dieser Ring bringt den Besitzer sofort an jeden gewünschten Ort und macht ihn unsichtbar. Vor allem aber: Richtet man den Stein des Ringes auf das »Kleinod« einer Frau, dann plaudert es seine Geheimnisse aus. Der Zauberring wird nun bei den Damen der tonangebenden Gesellschaft des Landes erprobt, und alles, was dabei zur Sprache kommt, erzählt Mangogul seiner Mirzoza. Die Enthüllungen sind überaus eklatant: Heuchelei und Geldgier,
Leichtfertigkeit und Wollust dominieren, während echte Liebe und Treue erschreckend selten sind. In den geistreich-amüsanten Gesprächen Mangoguls und Mirzozas ist die Schilderung realer. französischer Verhältnisse enthalten. Dabei ist leicht zu erkennen, daß mit dem Sultan König Ludwig XV., mit Mirzoza die Marquise de Pompadour, mit der
Stadt Banza Paris und mit Congo Frankreich gemeint ist. In einer brillanten Mischung von Witz, Phantasie und Frivolität demaskiert Diderot, der führende Kopf der französischen Aufklärung, eine sittlich defekte Gesellschaft. Sein satirischer Roman glossiert das kulturpolitische Zeitgeschehen und führt zu einer umfassenden Kritik des gesellschaftlichen und geistigen Lebens im Paris der absolutistischen Epoche.