Cover von Die Maske des Roten Todes
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Buch
Originalsprache
Englisch
Erstveröffentlichung
1988
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Erzählungen
Auflage
Sprache
Deutsch
Übersetzt von
Werner Beyer, Günther Greffrath, Günther Steinig, Gisela Tronjeck, Felix Friedrich
Verlagsreihe
Jahr
1988
Seitenanzahl
147
ISBN
3371001466
EAN
9783371001463
Ausgabe
Leinen
Auflage
Erstauflage
Inhalt/Klappentext

Wie gebannt in das undurchdringliche Dunkel des Zimmers starrend, horchte ich, von einem mir unerklärlichen Instinkt getrieben, auf gewisse leise und unbestimmte Laute, die in langen Zwischenräumen in den Pausen des Sturmes von irgendwoher an mein Ohr drangen. Von einem unbegreiflichen, aber um so unerträglicheren irren Entsetzen übermannt, warf ich mir hastig die Kleider über - denn ich fühlte, daß ich in dieser Nacht keinen Schlaf mehr finden würde - und versuchte, mich aus meiner unwürdigen Lage zu befreien ...

EDGAR ALLAN POE (1809-1849), eine Pioniergestalt der amerikanischen Literatur, der erste Theoretiker des »l'art pour l'art« und einer der größten Lyriker der Weltliteratur, Begründer der short story wie der Kriminalgeschichte, wird heute nicht nur seiner brillanten Technik wegen gelesen. Er gestaltete bereits, was heute die Moderne auszeichnet:
die endgültige Säkularisierung und die Sozialpathologie der bürgerlichen Gesellschaft. Unstet, unpraktisch und geschäftlich unerfahren, eine stolze, exzentrische Persönlichkeit, als Alkoholiker gefährdet, mit Persönlichkeitsstörungen, die eine Geisteskrankheit nicht ausschließen, fristete Poe sein Leben am Rande des Existenzminimums.
Seine Verachtung für Dummheit, Unwissenheit und Anmaßung brachte ihm eine Unzahl an Feinden. Der Mann, »der niemals lächelte«, besaß außer seiner kranken Frau kaum einen Menschen, der ihm nahestand. Poes Erzählungen, die als Gleichnisse zu lesen sind, tragen zumeist den Charakter tiefer Düsternis. Seltsames, Anormales, Morbides, psychisch und physisch Leidende spielen eine große Rolle. Vielfach werden autobiographische Verletzungen gestaltet. Die ausgewählten short stories gehören zu den repräsentativsten des Dichters, der als scharfsinniger Denker und überragender Analytiker in Mister Dupin auch den ersten Privatdetektiv der Welt schuf.

AUBREY BEARDSLEY (1872-1898), der schönheitsdurstige Ästhet des Fin de siècle und spöttisch-schockierende Außenseiter der englischen Viktorianischen Gesellschaft, hat - wie zu Wilde, Baudelaire, Mallarmé und Flaubert - auch Illustrationen zu Poes Erzählungen geschaffen, die hier im Deutschen erstmalig zusammen mit den Texten veröffentlicht werden.