Gabriela - Buch
Es wurden bisher keine Bewertungen abgegeben.
Die ebenso verführerische wie naive Titelheldin Gabriela flüchtet 1925 vor dem Hunger und der Dürre des Sertão im Landesinnern Brasiliens in die reiche, an der Bahia-Küste gelegene Kakaostadt llhéus. Hier findet sie Arbeit als Köchin bei dem »syrischen Brasilianer« Nacib Saad, mit dem sie eine Affäre beginnt und den sie schließlich heiratet. Doch in bürgerlichen Zwängen gefangen, verkümmert Gabriela und beginnt ein Verhältnis mit einem anderen Mann.Daraufhin lässt Nacib die Ehe, die ohnehin nur mit Hilfe gefälschter Papiere zustande gekommen war, annullieren. Gabriela, wieder in Freiheit, lebt auf, entdeckt ihre Leidenschaft für Nacib erneut und wird wieder seine Geliebte. Der Untertitel des Romans, Chronik einer Provinzstadt, deutet einen weiteren Handlungsstrang an. Die Geschichte Gabrielas und Nacibs spielt vor dem Hintergrund einer Stadt, die sich, auf dem Höhepunkt des Kakaobooms, vielen Veränderungen ausgesetzt sieht. Bei den Vorbereitungen zu den Wahlen kommt es zwischen den Großgrundbesitzern, die den Status quo mit Gewalt bewahren wollen, und einer Gruppe politischer Neuerer zu blutigen Auseinandersetzungen. Zu beiden Gruppen bildet die instinktiv und altruistisch handelnde Gabriela einen Gegenpol. Am Ende präsentiert sich llhéus als eine Stadt, die offener geworden ist für den Fortschritt, dessen rein materialistische Seite jedoch vom Erzähler mit ironischer Distanz dargestellt wird. Am Beispiel Gabrielas wird deutlich, dass die Natur nicht mit allen Mitteln gezähmt werden kann.