Cover von Hirten der Nacht
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Portugiesisch
Erstveröffentlichung
1964
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Roman
Auflage
Sprache
Deutsch
Übersetzt von
Johannes Klare
Jahr
1969
Seitenanzahl
396
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Leinen
Auflage
3
Inhalt/Klappentext

Fesselnd und voller Poesie ist dieser Roman von Jorge Amado. Der Autor führt uns in die Vorstadt und das Hafenviertel Bahias, mitten unter die Gelegenheitsarbeiter, Gaukler, Bettler, Straßenmädchen und Diebe - in eine bunte, aber auch von Gegensätzen geprägte Welt, die er in drei besinnlichen und ergötzlichen Episoden festhält. Fassungslos steht Curió vor seinem Freund Martim. Nach der vertrackten Liebesaffäre, in die er von Marialva, Martims junger Frau, verwickelt worden ist, hat er von ihm alles erwartet - Flüche, Tränen, Verzweiflung, Pistolenschüsse, Mord und Totschlag -, alles, nur nicht ein so sonderbares, unverständliches Verhalten ...
Höchst seltsam geht es auch bei der Taufe des kleinen Felicio zu. Die Neger und Mulatten sorgen dafür, daß er die afrikanische Gottheit Ogun zum Paten erhält. Singend und tanzend ziehen sie durch die Straßen. Mit einem ausgelassenen Volksfest feiern sie den gelungenen Streich. Am turbulentesten aber verläuft die Besetzung des Mata-Gato-Hügels durch die Armen. Über Nacht entsteht auf dem Grundstück des Millionärs Pepe Oitocentas eine Stadt aus Pappkartons und Blechkanistern. Als die Polizei erscheint, kommt es zu Zusammenstößen, die ganz Bahia in Aufruhr versetzen. Feuerbrände, Steinschlachten, dramatische Gefechte und Radioreportagen halten die Menschen in Atem, stacheln sie auf, bis der Streit durch eine überraschende Lösung beigelegt werden kann. Am Ende aber werden nicht so sehr die Armen als vielmehr die oft recht eigenartigen Mitkämpfer des Volkes belohnt. Heitere Begebenheiten wechseln mit ernsten Ereignissen, die von der Größe und Leidenschaftlichkeit einfacher Menschen zeugen. Jorge Amado erweist sich in den „Hirten der Nacht“ wieder einmal als der unnachahmliche Meister in der Schilderung brasilianischen Volkslebens. Mit abgeklärter Besinnlichkeit, graziöser Ironie und treffsicherer Schärfe entwirft er poetische, farbenfreudige Bilder von Bahia, doch läßt er hinter der bunten Kulisse auch die Probleme und die Not einer Bevölkerung sehen, die am Reichtum ihres Landes keinen Anteil hat.