Im Secret Service - Buch
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Kim Philby machte vor zwanzig Jahren Schlagzeilen, als bekannt wurde, daß er in die Sowjetunion gegangen war. Viele kannten ihn seit dem Krieg in Spanien als Reporter verschiedener britischer Zeitungen, aber nur wenige wußten, daß er seit 1940 Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes war, und diese wenigen ahnten nicht, daß der kluge, umsichtige, aufgeschlossene Mann als Kundschafter für die sowjetische Aufklärung gearbeitet hatte. Der Sohn eines Wissenschaftlers hatte sich vor dem zweiten Weltkrieg für den ersten sozialistischen Staat entschieden, als der Antikommunismus Wellen schlug. Während des zweiten Weltkriegs erhielt er als verantwortlicher Mitarbeiter des Secret Intelligence Service (SIS) Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Geheimdienste Großbritanniens und anderer imperialistischer Staaten. Als sich abzeichnete, daß nach dem Sieg über das faschistische Deutschland diese Geheimdienste die Sowjetunion als Hauptfeind betrachteten, weil sie sich dem Weltherrschaftsstreben entgegenstellte und sich unter ihrem Einfluß das Kräfteverhältnis grundlegend veränderte, erhielt seine Kundschaftertätigkeit noch gröBeren Stellenwert. Er wirkte jetzt in einer Geheimdienstabteilung, die sich allein damit befaßte, den Völkern zu schaden, die den Sozialismus errichteten. Der Leser kann ermessen, wieviel gerade in den Jahren des kalten Krieges davon abhing, daß Kundschafter die geheime Front durchbrochen hatten und es schafften, daß Absichten und Vorgehen nicht nur des britischen Geheimdienstes für die Sowjetunion kein Geheimnis blieben. Äußerst interessant vermittelt Philby einen Einblick in Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise vor allem des SIS; er zeigt aber auch, in welch kurzer Zeit während des zweiten Weltkriegs die verschiedenen britischen Geheimdienste ihre Krafte mobilisierten und konzentrierten, aus welchen Bereichen die neuen Mitarbeiter kamen. Achtung vor den Leistungen eines sowjetischen Kundschafters vermitteln diese Aufzeichnungen und damit verbunden auch die Erkenntnis, welche Gefahr imperialistische Geheimdienste darstellen.