Kreuzfahrer von heute - Buch
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Als Kreuzfahrer wider die faschistische Tyrannei, die Europa und die halbe Welt zu erdrosseln drohte, waren die besten von ihnen ausgezogen - Amerikas Joung Men, die Ideale der Demokratie und der Menschlichkeit im Herzen. So landeten sie auf dem Kontinent. Unter ihnen der seiner heilen professoralen Welt entrissene Lieutenant Yates. Bald muß er in seiner Propagandaeinheit mehr den eigenen Leuten als dem Feind die Ziele ihres Kampfes vor Augen führen. Die Demontage ihrer Ideale durch Karrieresucht, Schieberei, Weibergeschichten und Intrigen, Menschenverachtung und Eitelkeit der Kommandogewaltigen und auch der kleinerformatigen Gauner in der Armee - eben die Fortsetzung des
Konkurrenzkampfes unter anderen Bedingungen - stellt Menschen wie Yates vor Entscheidungen, die nun unausweichlich sind. Die Normandie, Paris, Metz, Luxemburg, das Ruhrgebiet - ein weiter opferreicher Marsch für die Panzerdivision des General Farrish. Nicht weniger schmerzlich ist Yates bitterer Weg der Erkenntnis. „Heym geht weiter als Mailer in Die Nackten und die Toten'“, heißt es in der Rezension des Berliner Rundfunks zur Ersterscheinung der „Kreuzfahrer“ 1949, „er begnügt sich niemals mit der grausamen Szene, sondern verfolgt die Zusammenhänge bis zur letzten Konsequenz.“ So entsteht eine der bedeutsamsten Auseinandersetzungen mit dem zweiten Weltkrieg, ein Romanwerk, dessen Anliegen der Mensch, die Möglichkeiten seiner Güte und die Erkenntnis seiner Aufgabe in einer verheerend entstellten Welt sind.
Stefan Heym nahm teil an der Landung der US-Truppen 1944 in der Normandie. Er schreibt kenntnisreich, anschaulich, ungeschminkt, manchmal auch voller Zorn.