Cover von Laufen ohne Vordermann
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Deutsch
Erstveröffentlichung
1976
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Roman
Auflage
Sprache
Deutsch
Jahr
1982
Seitenanzahl
607
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Leinen
Auflage
4
Inhalt/Klappentext

«Laufen ohne Vordermann», auch ein Kriegsroman, ist ein Antikriegsroman. «Laufen ohne Vordermann», der Roman einer Gefangenschaft, ist auch ein Buch von der Befreiung ... Jargon, Dialekt, Slang spart der Autor nicht aus und bekommt auch so Heiterkeit in die Story, der es an Härte nie mangelt.
Bernd Heimberger, «Tribüne»

Überhaupt ist hier die beachtliche Detailgenauigkeit des Romans anzumerken, eine Treue des Mikro-Rasters, die bis in die Reproduktion von Wortwahl und psychischer Atmosphäre jener Zeit vor mehr als drei Jahrzehnten geht ... Schuld und Sühne - es ist hier ein Leitmotiv des Erzählers ... Bratt, der hart hergenommen worden ist aus eigener und aus fremder Schuld, ist am Ausgang des Buches noch kein Neuer auf der Bahn des Neuen. Das, was er an menschlichem Gefuhl und Anstand gerettet hat, heißt uns zunächst nur berechtigt hoffen. Aber gerade darin liegt auch der starke Realismus des Romans von Jo Schulz begründet.
Werner Neubert, «Neue Deutsche Literatur»

Aus vielem Beeindruckenden hervorzuheben ist die so dezente wie offene Gestaltung zweier Liebesszenen. Die eine ist geprägt vom Sexualhunger Bratts und eines Mädchens, die zweite von einem ganz ursprünglich aufbrechenden, gewiß sexuell angeregten, aber tiefer bestimmten Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Bratt und der schon lebenserfahrenen Uschi.
Horst Heitzenroter, «Stimme der DDR»

Diese Darstellung der Figurenvergangenheit gibt ein Bild vom Faschismus im Alltag, wie es in unserer Literatur nur selten gestaltet wurde ... Bedenklich scheint mir eine Verpflichtung aufs Detail, die ungewollt die - historisch schreckliche - Dimension des Faschismus und des Krieges verkleinert.
Heinz Plavius, «Neues Deutschland»

Solche Tiefenlotungen in subjektives Erleben des Faschismus, wie Schulz sie vornimmt, verkleinern nicht die Problematik und Gefahrlichkeit dieser historischen Erscheinung, sondern geben Aufschlusse über deren Wesen ... Souverän handhabt Schulz die Komposition des Romans ... Auf diese Weise ist in unserer Gegenwartsliteratur noch nicht über das Erleben von Krieg und Gefangenschaft geschrieben worden.
Wilfriede Eichler, «National-Zeitung»

Schulz' gesellschaftskritische Analyse trifft die Kleinbürgerwelt, repräsentiert durch die Mutter und andere Figuren, die in ihrem «Streben nach dem Höheren» allen Widerstand gegen den Faschismus preisgeben. In diesen Partien des Buches wird das Erzählen von Jo Schulz am dichtesten, hier hat er seine Figuren sehr differenziert und psychologisch genau erfaßt. In dieser Kleinbürgerkritik liegt auch eine gewisse Parallele zu Christa Wolfs letztem Roman. Klaus Jarmatz, «Wochenpost» 

Ich zähle die Episoden des Kunstmachens und ihrer Rezeption im Kriegsgefangenenlager zu den gelungensten des Buches. Darum bedauere ich nicht, wie einige andere Rezensenten des Romans kritisch vermerkten, diesen Protagonistenwechsel im zweiten Teil des Buches.
Arno Hochmuth, «Sonntag