Meine Marion - Buch
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Ihre erste Begegnung an einem abseitigen Zufallsort verträgt keine Worte. Doch selbst aus dem Schweigen heraus spüren beide des anderen Argwohn, Abwehr, sogar Feindseligkeit. Denn Marion und Georg sind körperbehindert, vom Alleinsein, von oberflächlicher Anteilnahme zermürbt und überreizt. Verbittert haben sie sich bereits damit abgefunden zu verzichten - auf einen Partner, auf Familie, auf ein normales Leben. Und nichts fürchten sie mehr als Hoffnungen, die wieder mit Enttäuschung enden können.
So beginnt diese überaus sensible und herbe Liebesgeschichte von Marion und Georg. Unsentimental erzählt der Autor vor allem von den psychischen Problemen der beiden jungen Menschen, die aus Selbsterhaltungstrieb und gegenseitiger Solidarität zueinanderfinden, die sich nicht aufgeben wollen, alle Kraft und Fähigkeiten aufwenden, um einen bescheidenen Anspruch darauf durchzusetzen, was sich hinter dem Begriff Glück an Lebenserwartung verbirgt. Sie müssen erfahren, daß Nachbarn auf ihre erotischen Beziehungen mit moralischer Entrüstung reagieren, daß Wohnungsofferten mit perversen Verpflichtungen verbunden sind, ihnen „Dreiecksverhältnisse“ zugemutet werden. Gefahr droht aber auch von ihrem geschwächten Selbstbewußtsein, vom ständig nagenden Zweifel, ob Liebe oder doch nur verhülltes Mitleid ihre kleine Gemeinschaft zusammenhält.