Satyricon - Buch
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Petronius, „der freieste Geist, der letzte und größte Vertreter altheidnischen Bekennens zur Diesseitigkeit des Lebens", wie ihn Wilhelm Heinse bezeichnete, galt zu seiner Zeit als ein Meister verfeinerter Lebenskunst, als der Schiedsrichter in Fragen guten Geschmacks. Er gibt seine Zeitgenossen dem Gelächter preis: er verhöhnt ihre Unbildung und ihre Geschmacklosigkeiten, er richtet seine Pfeile gegen Aberglauben und Heuchelei, er verspottet falsches Pathos und verlogenes Heldentum. Nicht die Recken hohen Muts und edlen Sinns sind seine Helden, sondern gewissenlose Vagabunden, die sich an jeden gedeckten Tisch setzen. Wie Poseidon den Odysseus über alle Meere jagte, so hetzt Priapos den Encolpius von einem blamablen Liebesabenteuer in das andere. Die Bewährungsproben, die das Liebespaar Encolpius und Giton zu bestehen hat, sind eher anrüchig als großartig. Ungeschminkt, geistreich und witzig schildert Petronius, wie es die Leute trieben. Zu Recht wird das ,Satiricon" als das amüsanteste Werk des klassischen Altertums gepriesen. Ein in seiner Art einmaliges Fragment hat die Jahrhunderte überdauert.