Das Kāmasūtra - Buch
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Mallanāga Vātsyāyana (3. Jahrhundert) bietet mit dem Kāmasūtra auf enzyklopädische Weise das in einer langen Tradition der indischen Geschichte entstandene Wissen über Liebe und Sexualität dar. In den sieben Hauptteilen seines Werkes handelt er systematisch ab, was sich auf Geschlechtsverkehr, Partnerwahl, Verhalten zur eigenen Gattin, Verhalten zu den Gattinnen anderer, Prostitution und Geheimmittel bezieht. Wo in der Überlieferung keine einheitliche Meinung besteht, wie zum Beispiel in der Frage, ob die Frau einen Orgasmus erlebt oder nicht und woran das zu merken ist, teilt er die unterschiedlichen Ansichten mit. Seine Lehre ist ihm kein Dogma, sie erweist ihn als einen Kenner der Menschen und der Liebe, der für vernünftiges Verhalten auch in dem Lebensbereich eintritt, in dem am ehesten - wie er meint - Leidenschaft, wo sie in Gang kommt, die Vernunft außer Kraft setzt. Es entspricht den patriarchalischen Lebensverhältnissen seiner Zeit, daß der Mann schon aufgrund seiner biologischen Konstitution als der in der Liebe Überlegene gilt. Doch wird wenigstens in der Liebe auch die Frau auf keine passive Rolle festgelegt.