Geschichte meines Lebens - Buch
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Zu den historisch und sittengeschichtlich aufschlußreichsten Memoiren, die uns aus dem 18.Jahrhundert überliefert sind, gehören die des Venezianers Giacomo Casanova (1725-1798). Er, der Abenteurer und große Frauenverführer, den das Glück so lange verwöhnt hatte, sah sich im Alter einsam und ohne Kredit und begann die Geschichte seines Lebens zu schreiben. Und er beschreibt alles, unbekümmert um Tabuzonen, was er in über vierzig Jahren erlebt hatte. Mit Begeisterung, bezwingender Unbefangenheit und auch selbstgefälligem Stolz schlüpft er noch einmal in die Haut seiner besten Jahre, durchkostet die köstlichen Augenblicke, da er den Frauen unwiderstehlich war, und erlebt aufs neue all seine Amouren und großen Leidenschaften. Noch einmal besteht er seine abenteuerlichen Reisen quer durch Europa, seine Begegnungen mit den Berühmtheiten des Zeitalters.
Im achten Band dieser auf zwölf Bände angelegten endlich vollständigen Ausgabe begegnet der Leser dem Erzahler 1761 wieder in Paris. Casanova setzt hier sein okkultes Verhältnis mit Madame d'Urfé fort, und in Straßburg ist es, wo der Autor in der Tänzerin Cathérine Renaud, der ehemaligen Mätresse des kursächsischen Ministers Brühl, seine Meisterin fand, die ihn beherrschte und prellte, wie es der Abenteurernoch nie in seiner Lauf bahn erfahren hatte. Der erste, der erfolgreiche Lebensabschnitt des Giacomo Casanova ging zu Ende.