Cover von Mephisto
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Deutsch
Erstveröffentlichung
1936
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Roman
Auflage
Sprache
Deutsch
Verlag
Jahr
1986
Seitenanzahl
339
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Taschenbuch
Auflage
2
Inhalt/Klappentext

Klaus Mann war „beladen mit Schmerz und Bangigkeit“, als er - seit 1933 Emigrant in Paris, Zürich und Amsterdam - an diesem „Roman einer Karriere“ schrieb. Exil - das bedeutete für ihn nicht nur, dem Zugriff der Nazis entkommen zu sein; das hieß nun vor allem täglicher Kampf gegen den Faschismus, Leiden am „entfremdeten Vaterland“ und „hilflose, verzweifelte Angst vor einem Verhängnis, das man immer unabwendbarer, immer unentrinnbarer werden sah“: vor dem Krieg.
So wurde „Mephisto“ mehr als eine sarkastische Schilderung von Vorgängen und Verhältnissen im Dritten Reich; das Buch, das 1936 im Amsterdamer QueridoVerlag erschien, geriet zur bitteren Abrechnung mit jenen Mitläufern und Jasagern, die um des eigenen Vorteils willen „vom Brot der Mörder essen“, zur strengen Frage nach der Verantwortlichkeit des Künstlers.
Erzählt wird die Geschichte eines Schauspielers, dem für den Weg nach oben kein Preis zu hoch ist. Der Aufstieg Hendrik Höfgens, des talentierten wie skrupellosen Komödianten mit dem „aasigen“ Lächeln und den vor Eitelkeit schielenden Juwelenblicken, nimmt auf den Bühnenbrettern eines Hamburger Theaters seinen Anfang, indes sich über Deutschland schon der Schatten des Hakenkreuzes abzeichnet. Noch ist es eine heile Theaterwelt, in der sich der junge Höfgen etabliert: man ist liberal und tolerant, sympathisiert ein wenig mit der Linken, belächelt die nationalsozialistische „Bewegung“ als zwar gefährlich, jedoch politisch chancenlos. Aber nur kurze Zeit später folgt das böse Erwachen, heißt der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler, sind die Insignien der neuen Machthaber Gewalt und Terror. Höfgen, der sich - nach triumphalen Erfolgen in Hamburg - gerade beim hauptstädtischen Publikum durchgesetzt hat, sieht durch die politischen Ereignisse seine schöne Karriere gefährdet ...
Es wurde Klaus Mann oft nachgesagt und vorgeworfen, er habe mit „Mephisto“ einen Schlüsselroman geschrieben. Das bestritt er stets: ihm sei es nicht um einen Einzelfall, sondern um den „Typus“ zu tun gewesen; wenn Hendrik Höfgen gewisse Züge seines ExSchwagers und fruheren Freundes Gustaf Gründgens trage, dann nicht, weil er ihn „für besonders schlimm gehalten hätte“, sondern weil er ihn „zufällig besonders genau kannte“. Tatsächlich ist dem Autor ein „Typus“ gelungen: der des Schuldigen mit den sauberen Händen, dessen Schlußworte im Roman auf so makabre Weise vorwegnehmen, was den Schriftsteller bei seiner Rückkehr nach Deutschland zu früh verzweifeln ließ.