Szenen einer Ehe - Buch
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Als die Fernsehfassung dieses Dialogromans zum erstenmal gesendet wurde, blieb ganz Schweden zu Hause. Jeder wollte die bewegende Geschichte um Johan und Marianne miterleben, deren „ideale“, zehn Jahre währende Ehe Bergman Stück für Stück demontiert. Sie haben sich ihr Leben in dieser besten aller Welten aufs beste eingerichtet. Sie fühlen sich in Ehe und Familienverband geborgen, lieben ihren Beruf, das Heim, die Kinder. Sie vertrauen auf feste Normen und glauben an materielle Sicherheit. Doch eines Tages zeigen sich die ersten Risse, da platzt die Lüge, die man so lange für Wahrheit gehalten hat. Verwirrung und Angst sind die Folge, dann Überdruß und Zorn, schließlich Aggression und Haß. Man strebt danach, einander zu vernichten, und hat in seinen Bemühungen auch beinahe Erfolg. „Ich habe drei Monate gebraucht, um dieses Buch zu
schreiben, aber es hat mich lange Zeit meines Lebens gekostet, es zu erfahren.“ Mit diesen Worten kommentiert der weltberühmte schwedische Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergman (geb. 1918), der die Mehrzahl der Drehbücher zu seinen Filmen selbst verfaßte, sein neuestes Filmszenarium „Szenen einer Ehe“ (erschienen 1973). Ingmar Bergman schreibt in diesem Buch also keine private Geschichte. Der Künstler Bergman, der das Leben in seiner Bewegung und Veränderbarkeit erfaßt und es tief auslotet, nutzt den besonderen Fall, um Auskunft zu geben über einen Bereich seiner Gesellschaft, über die Ehe nach bürgerlichem Muster, in der trotz äußerlicher Veränderungen die Lebenslüge und Puppenheimtradition im Sinne Henrik Ibsens fortbestehen.