Cover von Teorema oder Die nackten Füsse
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Italienisch
Erstveröffentlichung
1968
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Erzählung / Erzählungen
Auflage
Sprache
Deutsch
Übersetzt von
Heinz Riedt
Verlag
Jahr
1969
Seitenanzahl
188
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Taschenbuch
Auflage
Erstauflage
Inhalt/Klappentext

"Teorema" ist das literarische Gegenstück zu Pasolinis Film. In diesem Buch zeigt er, wie er sich die Reaktion des Bürgers heute auf das leibhaftige Erscheinen Gottes vorstellt  wenn er, von einem Postboten namens "Engel" dem jünglingshaft schönen, aber auch väterliche Güte ausstrahlendem Gast melden und die ganze, auf bürgerlichen Geleisen laufende Familie in Liebe - wenn auch nur in rein körperlicher - für den Gast entbrennen lässt. Die Kontrapunktik von realistischer Darstellung der fünf "Versuchspersonen" und ihres Schicksals und der poetischen Reflexion gibt Pasolini die Möglichkeit, den Winkel seiner Kritik und seiner Beobachtung weit zu spannen: Er erreicht damit also nicht nur das der Seele beraubte und dafür an seinem Bewusstsein leidende bürgerliche Establishment, er holt in reichlich böser Polemik gegen die jugendlichen, wirklichkeitsfremden Revoluzzer aus, versetzt der Faktenversessenheit (und gleichzeitig der Schizophrenie modernen politischen Denkens) einen Hieb, spiesst die Paradoxie der marxistischen Arbeiter auf, die mit Hammer und Sichel wundergläubig zum Grab der Emilia kommen - kurz, er packt viel in dieses Buch, das sich aber dann dank des formalen Tricks doch eher als Roman denn als "Lehrsatz" liest. Die Prosakapitel sind scharf beobachtete Szenen, die mit sparsamen Sprachmitteln so viel an Atmosphäre und Aktion geben, dass man bei der Lektüre den Vorsatz einer "Lehre" gut vergessen kann - trotz der Vorliebe des Autors, in der Erzählung gelegentlich reflektierend zu zögern und zu erklären.