In einer Welt, die sich auf das Gesetz der Selbstsucht, der Gewalt und des Krieges gründet, ist das Leben ein armselig Ding, besonders für die, die dieses Gesetz niederdrückt. Schon früh beobachtet (der teils autobiographische) Nick Adams diese erbarmungslose Lebensroheit: gewaltsame Geburt und unnatürlichen Tod im Indianerdorf; später erfährt er die brutale Wirklichkeit des amerikanischen Alltags: Gängstertum, Morddrohung, Erfolgsgier. Ernest Hemingway begab sich auf die Suche nach der im Menschen verbliebenen Größe, doch fand er sie in seiner Gesellschaft nur bei denen, die abseits der bürgerlichen Schablone lebten, bei Abenteurern, Gescheiterten, bei Boxern, Stierkämpfern, Fischern, Großwildjägern, Soldaten und Bohemiens. Seinen Helden verbleibt nur ein schmaler Grat über dem Abgrund gemeinen Verderbens. Hemingway begegnet dem Leben mit kühnem, klarem Blick. Seine Erzählungen faszinieren durch ihre Konzentration, Disziplin und Objektivität, durch Hemingways eigenartige Intonation seiner Erfahrungen und künstlerische Meisterschaft.
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