JOHANNES R. BECHER (1891-1958) „hat seine eigene Entwicklung bis zum ersten Weltkrieg im Roman ,Abschied' verdeutlicht. Dieser Roman ist 1940 geschrieben, also aus der Sicht des reifen Mannes. Er ist mehr als nur eine Autobiographie ... Becher nimmt sich die dichterische Freiheit, bestimmte Züge der späteren eigenen ideologischen Entwicklung zur vollen Klarheit über sein Verhältnis zur Arbeiterklasse und zum Sozialismus verstärkt nachzuzeichnen und sie zeitlich konzentriert vorzuverlegen in die letzten Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges von 1914 ... Es macht die Stärke der Schilderung aus, daß die Zeit durch die Gestaltung von sozial charakterisierten, in ihren Zwiespältigkeiten enthüllten Menschen dargestellt wird. Zwischen ihnen spielt die Geschichte dieser Jugend, die dem Strammstehen und der sturen Enge des bürgerlichen Vaterhauses ausgeliefert ist. In dem jungen Hans Gastl entwickelt sich verworren tastend, unklar suchend ein Traum, der sich als Hauptgedanke durch Bechers Dichtung und Leben ziehen soll: der Traum vom Anderswerden, der Traum vom ,vollendeten Menschen'“.
Alexander Abusch
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