GERHART HAUPTMANN (1862-1946). - „Der Biberpelz ist endlich einmal eine Komödie im alten und echten Sinn des Wortes: eine lachende Geißelung der verkehrten Welt ... Diese Gestalten alle sind aus ganzem Holze geschnitzt, von köstlicher Lebenswahrheit durchweg. Der mordspatriotische, schneidige Amtsvorsteher, der für die höchsten Güter der Nation kämpft und beständig auf Majestätsverbrecher fahndet, aber dabei den einfachsten Pflichten seines Amtes nicht nachzukommen versteht, dann seine polizeilichen Gehilfen, die devote Schreiberseele und der jämmerlich besoldete Amtsdiener, der in stillem Suff sein häusliches Elend verduselt und für ein Glas Grog unwissentlich den Dieben bei ihren nächtlichen Diebszügen mit der Laterne leuchtet ...
Dann die Gruppe der Gegenspieler: die Diebsfamilie Wolff und ihre Anhängsel, hier alle überragend und überhaupt wohl die prächtigste Figur der Komödie Mutter Wolff, eine fleißige, tüchtige und im Grunde auch ehrliche Person, nur daß ihre Ehrfurcht vor dem bürgerlichen Eigentumsbegriff etwas mangelhaft entwickelt ist ... "
Franz Mehring
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