Stefan Heym (geb. 1913). „Der König David Bericht“ (zuerst 1973) ist ein Buch über die Schwierigkeit, die historische Wahrheit zu finden und sie dann auch auszusprechen. Der Gelehrte Ethan erhält von Salomo den Auftrag, die „positive“ Geschichte des biblischen Königs David zu formulieren. Ethan kann sich dem nicht entziehen: „Mit einigem Glück und mit der Hilfe unseres Herrn Jahweh mochte es mir sogar gelingen, ein Wörtchen hier und eine Zeile dort in den König-David-Bericht einzufügen, aus denen spätere Generationen ersehen würden, was wirklich in diesen Jahren geschah und welch ein Mensch David, Jesses Sohn, gewesen: der zu ein und derselben Zeit einem König und des Königs Sohn und des Königs Tochter als Hure diente, der als Söldling gegen sein eignes Volk focht, der den eignen Sohn töten und seine treuesten Diener umbringen ließ, ihren Tod aber laut beweinte, und der einen Haufen elender Bauern und widerspenstiger Nomaden zu einer Nation zusammenschweißte.“ Ethan überschreitet die Grenzen des Erlaubten, als er beginnt, diese Wahrheit aufzuschreiben. Seine Strafe: Das „Totgeschwiegenwerden“.
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