Drei der bekanntesten neueren Filmszenarien des Schweden Ingmar Bergman sind in diesem Band vereint. In „Szenen einer Ehe“ (1974), das als Kino- und Fernsehfassung Millionen Zuschauer bewegte, wird die Geschichte von Johan und Marianne erzählt, die sich scheinbar komfortabel in der besten aller Welten eingerichtet haben. Sie vertrauen auf feste Normen und glauben an materielle Sicherheit, bis eines Tages die Lüge, die sie für Wahrheit hielten, zerbricht. Dies führt zu Verwirrung und Angst und mündet schließlich in Aggression und Hass. Im 1978 vollendeten Film „Herbstsonate“ beschreibt Bergman die schmerzhafte Leere in der Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Ihre Wiederbegegnung nach sieben Jahren des Schweigens bringt trotz guter Vorsätze nicht die erhoffte Aussöhnung. Statt sich selbst zu hinterfragen, werfen sie sich gegenseitig Schuld und Versagen vor und fliehen in neue, ungerechte Anschuldigungen, anstatt ihre Liebesbedürfnisse auszudrücken. „Aus dem Leben der Marionetten“ (1980) stellt schließlich Bergmans radikalste Abrechnung mit dem „verfluchten Idyll“ dar, an dem alle mit aller Kraft festzuhalten versuchen, obwohl es innerlich hohl ist und Verfall aus allen Ritzen tritt. Die Hauptfiguren dieses – vorerst letzten – Filmtextes von Bergman, erneut ein Ehepaar, scheitern, als sie scheinbar das erreichen, was sie sich am meisten wünschten: Nähe, Zärtlichkeit und Gemeinschaft. Gerade im Moment der größten Übereinstimmung, einer Vorbehaltlosigkeit in der Innerlichkeit, kommt es zur Katastrophe.
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