Das Gras des Vergessens - Buch
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Vom „Engel des Todes“ wollte Valentin Katajew (geb. 1897) schon sein ganzes Leben lang schreiben. Im vorliegenden Buch hat er dieses Thema aufgegriffen und kleine und große Tragödien seiner Epoche vom „Gras des Vergessens" befreit. So läßt er uns den letzten Lebensabend Majakowskis miterleben, das stumme Duell auf Leben und Tod, das der Dichter und Nora Polonskaja ausfochten. Unter dem Schatten des Todesengels steht auch die tragische Liebe der jungen Kommunistin Klawdija, die in Treue zur Revolution ihren Geliebten dem Tod überantwortet. Der Nobelpreisträger Iwan Bunin schließlich liefert sich selbst dem Tode aus, denn er emigriert aus der revolutionären Wirklichkeit. Katajew versteht es, in seinem Thema das ewige Stirb und Werde aufzudecken, und resümiert daher über den Todesengel: „Spiel auf, daß die Aorta kracht! Drei Teufel gab's - du bist der vierte, der letzte, beste deiner Art.“ Viel „Gras des Vergessens“ hat er abzutragen, der reife Valentin Katajew, Gras, das lange Zeit Schicksale von Menschen und Kunstwerken überwucherte. Er tut es mit konsequenter Ehrlichkeit und modernen künstlerischen Mitteln.Der Zeitraum, den sein Buch umfaßt, reicht von 1914 bis 1967. Katajew läßt seine früheren Begegnungen mit der russischen Künstleravantgarde lebendig werden und betrachtet seinen Weg zu schriftstellerischer Reife unter dem Einfluß der Vorbilder Bunin und Majakowski. Odessa, die Heimat der südrussischenSchriftsteller Babel, Olescha und der Gebrüder Katajew in der Zeit von Bunins dortigem Aufenthalt, Majakowskis Moskau der zwanziger Jahre und die Weißemigrantenviertel von Paris sind die wichtigsten Handlungsplätze. In diesem äußeren Rahmen analysiert und verallgemeinert der Autor seine politischen, künstlerischen und individuellen Erfahrungen, das ewige Stirb und Werde.