Cover von Kleiner Mann - was nun?
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Buch
Originaltitel
Originalsprache
Deutsch
Erstveröffentlichung
1932
Band (Reihe)
-
Typ
Buch
Genre
Belletristik: Roman
Auflage
Sprache
Deutsch
Verlag
Jahr
1972
Seitenanzahl
370
ISBN
-
EAN
-
Ausgabe
Taschenbuch
Auflage
Erstauflage
Inhalt/Klappentext

Hans Fallada hat von einer „leichten, beschwingten“ Ehegeschichte geträumt, von der Geschichte „einer ganz einfachen, kleinen, guten Ehe - ein Kind wird geboren, zwei sind glücklich, drei sind glücklich“. Doch der kritische Realist konnte die deutsche Wirklichkeit der Jahre 1931/1932 nicht ignorieren. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und zahllose „Notverordnungen“, drückten den kleinen Mann zu Boden. Wer kannte es besser als Hans Fallada, das Leben des kleinen Angestellten in jener scheinbar ausweglosen Zeit: seine Sorgen und Nöte, seine Hoffnung und seine Verzweiflung, seine Angst und seine Tapferkeit? Er selbst war zwanzig Jahre lang Angestellter gewesen, „mit Stempeln und allem sonstigen“. Und so schrieb er, als leidenschaftlicher Anwalt seiner Millionen Leidensgefährten, in sechzehn Wochen den Roman „Kleiner Mann - was nun?“, der ihm gleichsam über Nacht Weltruhm eintrug, Der kleine Mann las den „Kleinen Mann“. Die Geschichte von Johannes Pinneberg und „Lämmchen“, seiner tapferen
jungen Frau, war seine Geschichte. Nach dem Verlust der Kontoristenstellung in der Kleinstadt glaubt Pinneberg zunächst noch, es in Berlin „zu schaffen“, wo er durch „gute Beziehungen“ eine Anstellung als Verkaufer in einem Warenhaus findet. Selbst als der „Murkel“ geboren wird und die täglichen Sorgen wachsen, verliert er den Mut nicht. Aber weder Fleiß noch Geschick retten Pinneberg vor seinem Los. Auch er muß „Pleiten schieben“ und wird „abgebaut", erbarmungslos hinaus gestoßen in das Heer der Arbeitslosen, die Woche für Woche die Stempelstellen belagern. Was nun, kleiner Mann? Hans Fallada wußte auf diese Frage keine Antwort. Den Romanhelden Pinneberg bewahrt vorerst die gütige, geduldige Liebe seines „Lämmchen“ vor dem völligen Zusammenbruch: „Du bist doch bei mir, wir sind doch beisammen ... " Es ist nur ein Fünkchen Hoffnung - aber
keine Hoffnung ist nichtig, wenn in ihr der Keim liegt zu künftigem Aufbegehren des erniedrigten Menschen. Johannes R. Becher hat dies gewürdigt, als er 1947 am
Grabe Hans Falladas die herzlichen Worte sprach: „Einfachen, schlichten deutschen Menschen hat Fallada in seinem Werk ein Denkmal gesetzt. In deren Herzen steht auch das seine. Ein solches Denkmal hat er sich geschaffen in der Gestalt des Lämmchens aus ,Kleiner Mann - was nun?' An eine Figur wie Lämmchen denken wir, wenn wir uns fragen, was bleibt und was uns aus Falladas Werk hoffen heißt."